Von Oktober bis Dezember kann man an einem beliebigen Tag einen Ausflug in die Hügel der Langhe unternehmen, um dort einem einmaligen Ritual beizuwohnen: der Trüffelsuche. Die “weiße Trüffel” (Tuber Magnatum) ist einer der einzigartigsten unterirdischen “Schätze”, die die Langhe zu bieten haben.
Im antiken Rom wurde sie als “Götternahrung” verehrt. Aphrodisische Eigenschaften wurden ihr zugeschrieben und sogar Jupiter soll sie zu schätzen gewußt haben. Römische Kochanleitungen raten, die Trüffel in Asche zu kochen und mit Honig zu verzehren. Im Mittelalter misstraut man den ungewöhnlichen Erdfrüchten, bei denen man sogar giftige Wirkung vermutet. Die endgültige Krönung zu Feinschmeckerdelikatesse ist Sache der letzten zwei Jahrhunderte und bei den heutigen Preisen kann man über ältere Kochrezepte wie etwa “Trüffelsalat” nur staunen.
Von Giacomo Morra ist die Stadt Alba endgültig mit der weißen Trüffel und der dazugehörigen kulinarsichen Tradition verbunden worden. In 1996 wurde ein Zentrum für Trüffelforschung ins Leben gerufen, wo Düfte studiert, neue Aufbewahrungsmethoden erforscht und kulinarische Rezepte erarbeitet werden. Über hundert Richter widmen sich der Analyse der Produkte und vergeben Qualitätszertifikate an einzelne Exemplare.